Training im Freiwasser

Im Freiwasser ist ein passender Tauchanzug nötig. Er soll uns vor der Kälte schützen. Je nach Dicke und Auftrieb des Tauchanzuges benötigen wir Blei um überhaupt abtauchen zu können. Was die Gewichtsmenge betrifft, so gibt es da grosse Unterschiede. Je nachdem welche Maximaltiefen man aufsuchen möchte, sollte man zwischen 8 m bis 15m im neutralen Schwebezustand sein.

Getaucht wird an einem Seil entlang, das am besten mit einem Gewicht am Ende frei wie ein Lot in die Tiefe hängt. Das Seil markiert den kürzesten Weg in die Tiefe und wieder zurück an die Oberfläche, dadurch ist das Trainieren, um grössere Tiefen aufzusuchen, einfacher. Wer ohne Seil trainiert, hat bis auf den Tiefenmesser keine richtige senkrechte Orientierung. Der Trainingspartner, im Falle einer Ohnmacht die Lebensversicherung des Freitauchers, kann bei schlechten Sichtverhältnissen ohne das Seil die Auftauchstelle nur erahnen. Herrscht Strömung, wird es gänzlich unmöglich vernünftige Tauchgänge zu absolvieren.

Reines Tieftauchtraining am Seil kann aber mit der Zeit auch stupide werden und so bevorzuge ich eine gute Mischung aus Tieftauchtraining und Landschaftslusttauchgänge.

Die ersten Übungen sollten die Technik verbessern. Gerade beim Abtauchen werden schon gravierende Fehler gemacht. Beginnt ein Tauchgang mit einem wilden Flossengerangel an der Oberfläche, bevor der Taucher im Wasser verschwindet, ist der Misserfolg abzusehen. In einer kurzen Vorwärtsbewegung, die Hüfte 90° abknicken, die Arme nach unten strecken, unterstützt von einem Armzug die Beine aus dem Wasser heben, und so den Körper wieder Strecken. Das Gewicht der Beine wird den Taucher dann senkrecht ins Wasser schieben. Erst wenn die Flossen vollständig im Wasser verschwunden sind, beginnt der Flossenschlag Wirkung zu zeigen. Die Abtauchtechnik wird mit etwas Übung immer flüssiger und somit auch kräftesparender. Die ersten Meter, bis der Auftrieb des Tauchanzuges nachläßt, sollte man mit einigen weiten kräftigen Flossenschlägen überwinden. Danach ist ein kräftesparender Flossenschlag angesagt, da der Abtrieb das Abtauchen unterstütz. Zum Auftauchen macht man das genau umgekehrt.


Bevor der Einsteiger nun beginnt seine Grenzen auszuloten, muss die gegenseitige Sicherung geübt werden. Das Risiko einer plötzlichen Ohnmacht ist beim Auftauchen kurz vor dem Erreichen der Oberfläche am höchsten. Deshalb sollte der Sicherungstaucher dem Auftauchenden entgegentauchen und ihn die restlichen Meter zur Oberfläche begleiten. Blickkontakt hat den Vorteil, ein sich andeutendes Problem schnell zu erkennen. Am besten harmonieren Taucher mit ähnlichem Leistungsniveau, da sich mit zunehmenden Tiefen auch die Sicherungstauchgänge des Partners verlängern werden. Während des Tauchgangs sollte der Schnorchel aus dem Mund genommen werden, um so dem Sicherungstaucher die Möglichkeit des schnellen Verschließen des Mundes zu ermöglichen, falls eine plötzliche Ohnmacht eintreten sollte. Dadurch wird ein eindringen von Wasser in die Lunge verhindert. Blaue Lippen an der Oberfläche sind ein Zeichen von Sauerstoffmangel, dann im Ehrgeiz etwas zurückschalten. Das Gefühl nach dem Auftauchen, es wären noch einige Meter mehr gegangen, ist sehr positiv und fördert den Trainingseffekt. Wer sich sicher genug fühlt, kann dann beginnen kurze Pausen in der max. Tiefe zu machen. Signal für den Partner an der Oberfläche ist immer ein kräftiger Zug am Seil, der das Auftauchen einleitet. Um nach mehreren Tauchgängen “ konstant “ die Beine zu schonen, kann man sich natürlich auch ohne Flossenschlag am Seil wieder hochziehen.

Bei Tauchgängen die ans Limit gehen wird die Muskulatur schnell müde, und man kann nur ein paar Tauchgänge machen. Deshalb wähle ich zu Beginn meiner Vorbereitung auf Rekordversuche Tiefen, die ich auch mehrmals erreichen kann, ohne mich gänzlich zu erschöpfen.


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