Was sagt Onkel Doktor ?

Das Freitauchen ist nicht gefährlicher als andere Sportarten auch. Man sollte gewisse Regeln einhalten und sich nicht übernehmen. Wenn man sich entschließt diesen Sport zu betreiben, sollte man einen Sportarzt aufsuchen und sich untersuchen lassen ob man fit für diesen Sport ist. Dies dient in erster Linie zu Deinen eigenen Sicherheit und man sollte diese Untersuchung in regelmässigen Abständen wiederholen, den auch Deine Gesundheit kann sich über Jahre ändern.

Hier einige Punkte die man wissen und beachten sollte.

Hyperventilation

Größter Kritikpunkt aller Gegner des Freitauchens: Alle Apnoisten hyperventilierten auf der Jagd nach Rekorden wie wild und riskieren dabei Kopf und Kragen. Doch "Apnoisten Hyperventilieren nicht "
Was ist Hyperventilation? Einfach gesagt: sehr schnelles und tiefes Ein- und Ausatmen. Was passiert? In unserem Blut befindet sich eine gewisse Menge an Kohlendioxid ( CO² ). Es entsteht aus dem verbrauchte Sauerstoff der Atmung und wird gegen frischen Sauerstoff aus der Luft ausgetauscht. Damit der Körper auch merkt, dass er atmen soll, gibt es eine innere Klingel, die Alarm schrillt, wenn eine gewisse Konzentration an Kohlendioxid in unserem Körper erreicht ist. Wir merken den Atemreiz und atmen ein.
Atmen wir vor dem Luftanhalten wissentlich und ohne es zu benötigen schnell und tief ein und aus, senken wir damit den Kohlendioxidspiegel im Blut. Die Konzentration des Kohlendioxid in unserem Blut ist zu gering. Die Klingel klingelt nicht, auch wenn unsere Zellen längst nach frischem Sauerstoff schreien. Folge: Eine Ohnmacht droht, denn wir merken nicht, dass wir einatmen müssen. Ohnmacht aber bedeutet, dass der Körper nicht mehr kontrolliert werden kann. Mund oder Nase auf und Luft eingesaugt - an Land kaum ein Problem, unter Wasser aber fatal, denn jetzt gelangt Wasser in die Lungen. Der Taucher kann ertrinken. Heutzutage wissen Freitaucher wesentlich besser Bescheid. Sie meiden die Hyperventilation, die zudem dafür sorgt, dass sich der Herzschlag beschleunigt und der rare Sauerstoff noch schneller Verbrauch wird. Über Atemtechniken, oft dem Yoga entliehen, erreicht man auf wesentlich gesündere Art eine deutliche Leistungssteigerung.

Blackout

Die Flachwasserohnmacht, auch Schwimmbad - Blackout genannt, entsteht nicht nur durch Hyperventilation. Taucht man mit angehaltenem Atem tief ab, dann werden vermehrt Sauerstoffmoleküle ins Blut gepresst, da der Sauerstoffpartialdruck mit zunehmender Tauchtiefe ansteigt. Dies vermindert den Atemreiz in der Tiefe. Fühlt sich klasse an, kann aber auf dem Wege an die Oberfläche zu Problemen führen, denn beim Aufstieg sinkt der Partialdruck wieder. Das Hochgefühl schwindet und kann einer akuten Mangelversorgung Platz machen, eine Ohnmacht droht. Die setzt übrigens plötzlich und ohne Warnsignal ein. Daher gilt auch für Apnoisten: Nicht bis zur letzten Sekunde ausreizen! Tauche nie allein! Vor allem bei sportlichen Naturen kann ein Begleiter lebensrettend sein. Übrigens kann die Ohnmacht auch an der Oberfläche noch einsetzen, also weiter beobachten!

Samba

Nein, hier ist kein Tanz mit wiegenden Hüften gemeint, sondern ein allerletztes Warnsignal, das den Apnoisten ereilt, wenn er sein Sauerstoff - Konto überstrapaziert hat. Auf dem Weg zur Oberfläche zuckt der Körper, kurz bevor der Blackout einsetzt. Für den Laien ist dies kaum erkennbar, für geübte Sicherungstaucher aber allerhöchstes Alarmsignal. Jetzt heißt es: Zupacken! Rekordjäger sind beim Einsetzen des Samba sowieso disqualifiziert, ihr Rekordversuch wird als ungültig gewertet.

Bloodshift

Bei Walen und Delphinen wurde es zuerst beobachtet, das eigenartige Verhalten der Lunge in großer Tiefe. Doch seit medizinischen Versuchen mit Jacques Mayol ist bekannt, dass auch Menschen dem ,,Bloodshift" unterliegen. Was ist gemeint? Um einerseits die lebenswichtigen inneren Organe besser mit Sauerstoff zu versorgen und zudem zu vermeiden, dass unter dem Druck des Wassers der Hohlraum Lunge kollabiert, strömt in großer Tiefe Blut aus Armen und Beinen in Richtung Körpermitte. Die Lungen - Alveolen schwellen an, dies sorgt für einen deutlich verkleinerten Hohlraum. In sehr großen Tiefen strömen Plasma und Blut in die Lunge, um den Hohlraum zu erhalten. Wie Pipin in einem Versuch gezeigt bat, ist es aber selbst in dieser Situation noch möglich, Luft zu atmen. Doch dies gelingt nur den absoluten Profis. Beim Aufstieg strömt die Flüssigkeit wieder aus der Lunge. Doch Vorsicht: Nur bei trainierten Lungenflügeln gelingt dies rechtzeitig vollständig. Geht ein ungeübter Apnoist über seine Tiefengrenze, dann droht ihm ein Lungenbarotrauma, wenn nicht die gesamte Menge an Blut seine Lunge wieder verlässt. In schweren Fällen droht die Erstickung.

Bradykardie

Ein Teil unserer Herkunftsgeschichte liegt im Meer. Das ist kein mystisches Gequatsche spinnerter Apnoisten, sondern auch physiologisch nachzuweisen. Sobald unser Gesicht ins Wasser eintaucht, schaltet der Körper ein spezielles Unterwasserprogramm ein, das die Herzfrequenz absinken lässt. Das dient dem Zweck, Ressourcen zu sparen und sorgsam mit dem Sauerstoff umzugehen. Schon bei einfachen Luftanhalte - Übungen im Wasser ist dies nachzuvollziehen.

Druckausgleich

Ein wirklich ernstes Thema für alle Apnoisten ist der Druckausgleich. Wer damit Schwierigkeiten hat, sollte das Tauchen einstellen und erst mal seinen Arzt aufsuchen.
In 30 Meter Tiefe beträgt das Lungenvolumen nur noch ein Viertel dessen, was es an der Oberfläche einnimmt. Die maximale Ausatmkapazität ist so erreicht. Dadurch kann kein Druck mehr in Richtung Rachenraum aufgebaut werden, und der Druckausgleich klappt nicht mehr. Spezialisten wie Umberto Pelizzari bewerkstelligen dies mittels Druck der Zunge gegen den Gaumen. Jeder muss da wohl seine eigene Technik entwickeln.

Deko – Unfall ?

Auch Freitaucher unterliegen den Gesetzen der Physik. Begeben sie sich in die Tiefe. werden unter erhöhtem Druck auch Stickstoffmoleküle ins Körpergewebe gepresst. Dies führt allerdings nur bei extrem schnellen und häufigen Wiederholungen tiefer Tauchgänge zu einem Problem. Doch klar ist, dass Apnoe ­Übungen nicht nach Gerätetauchgängen statt finden sollten. Wer Apnoe tauchen will, sollte dies vor dem Gerätetauchen machen.


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